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Presse

Weilburger Tageblatt am 17.04.2019                                           Bericht und Foto: Dorothee Henche

Jule-Spieler messen sich in Obertiefenbach

Meisterschaft der Würfelspieler in Obertiefenbach: Der Stammtisch "EFG" aus Beselich und Umgebung setzte sich bei den Jule-Hessenmeisterschaften durch.
BESELICH-OBERTIEFENBACH - Der neue Jule-Hessenmeister ist Robert Schäfer aus Limburg. Beste Frau des Turniers war Sandra Grein aus Limburg. Und auch der Titel der besten Mannschaft bleibt im Kreis: Der Stammtisch "EFG" aus Beselich und Umgebung setzte sich gegen die anderen 32 Teams durch. Der "Julekönig" aber kommt aus Köln und heißt Zülfi Babayigit, der sich den Titel zum dritten Mal in Folge sicherte.
Jule? Nicht allen ist das Würfelspiel bekannt, das je nach Region auch Schocken, Knobeln oder Maxen heißt und gern in Kneipen als Trinkspiel gespielt wird. Feierfreudig sind die meisten der Mitspieler, die während des siebenstündigen Turniers im und vor dem Bürgerhaus in Obertiefenbach so etwas wie Kirmesstimmung aufkommen lassen.

Die vom Jule-Club "Et langt net" aus Obertiefenbach ausgerichteten Jule-Hessenmeisterschaften haben sich zur größten Würfel-Landesmeisterschaft Deutschlands gemausert. Die Anmeldezahlen seien nochmals förmlich durch die Decke gegangen, obwohl das Team praktisch keine Werbung gemacht habe, erklärt Andreas Geis vom Jule-Club. Mehr als 200 Spielern sei das Teilnehmerfeld noch einmal ausgeweitet worden. "Jetzt ist aber das absolute Limit erreicht", betonte Geis.
Die Regeln, nach denen gespielt wird, hat der Jule-Club aus Obertiefenbach selbst aufgestellt. Grundsätzlich hat jeder Spieler drei Würfe. Bei einem einfachen Wurf gilt es, eine möglichst hohe Gesamtzahl zu erzielen. Es gibt aber auch Straßen (drei aufeinanderfolgende Zahlen), Drei Dicke (drei gleiche Zahlen), Max 2 bis 6 (zwei Einsen mit einer anderen Zahl). Je nachdem, was der Gewinner gewürfelt hat, erhält der Spieler mit dem niedrigsten Wurf eine bestimmte Zahl von Strafscheiben.
Die Kombination aus Vier, Zwei und Eins heißt "Jule"
Nichts zu lachen hat der Verlierer, wenn der Gewinner eine Vier, eine Zwei und eine Eins geworfen hat. Diese Kombination heißt "Jule". Dafür gibt es die meisten Strafscheiben. "Jule" wird nur noch übertroffen von drei Einsen, denn das bedeutet "Aus".

Bei den insgesamt fünf Vorrunden sind alle Teilnehmer gleichzeitig am Start. Danach starten die vier Halbfinalspiele, jetzt bilden sich um die vier einzelnen Tische Menschentrauben, die das Geschehen verfolgen, kommentieren und die Teilnehmer anfeuern. Nach mehr als sieben Stunden Spielzeit steht Robert Schäfer als Sieger des Finales fest. Bei der Siegerehrung nimmt er ebenso wie die beste Frau, die beste Mannschaft und der Jule-König unter lautem Jubel seinen Pokal in Empfang.

 

Weilburger Tageblatt am 13.05.2018

BESELICH-OBERTIEFENBACH

200 Spieler lassen Würfel sprechen

Rund 200 Würfelfreunde sind bei den fünften Jule-Hessenmeisterschaften angetreten. In der Mannschaftswertung gewann „Cramberg 2“ vor den „Fusswinkel“ aus Köln und den „Dehrnern“ aus diesem Runkeler Stadtteil.

Rund 200 Würfelfreunde sind bei den fünften Jule-Hessenmeisterschaften angetreten. In der Mannschaftswertung gewann „Cramberg 2“ vor den „Fusswinkel“ aus Köln und den „Dehrnern“ aus diesem Runkeler Stadtteil.
Organisiert hatte die offene Meisterschaft im Bürgerhaus Obertiefenbach mit Teilnehmern im Alter von 18 bis 82 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet wieder der Jule-Club „Et langt net“.
Hessenmeister wurde Thomas Scheunemann aus Köln, der sich in einem packenden Endspiel gegen Lucas Engelke (Cramberg) durchsetzte. Auf den Plätzen drei und vier landeten Tobias Welter (ebenfalls Köln) und Marcel Nickel aus dem Selterser Ortsteil Münster. Die Damenwertung gewann Vanessa Grein (Team Little Bit) aus Görgeshausen. Eine Überraschung gab es bei der Jule-Wertung: Den Titel „Julekönig“ sicherte sich zum zweiten Mal nach 2016 Zülfi Babayigit aus Köln-Weiler. Dort wird „Schocken“ gespielt, wobei die Regeln zwar fast gleich sind, allerdings gibt es bei den „Schockern“ keinen Wurf namens „Jule“ (4-2-1), was den Sieg umso erstaunlicher machte. Insgesamt vier der neun Pokale nahm die Kölner Truppe „Fusswinkel“ aus der gleichnamigen Gaststätte mit.

Bei „Jule“ hat jeder Spieler grundsätzlich drei Würfe. Bei einem einfachen Wurf gilt es, eine möglichst hohe Gesamtzahl zu erzielen. Es gibt aber auch noch „Straßen“ (drei aufeinanderfolgende Zahlen), „Drei Dicke“ (drei gleiche Zahlen) oder „Max“ 2 bis 6 (zwei Einsen mit einer anderen Zahl). Je nachdem, was der Gewinner gewürfelt hat, erhält der Spieler mit dem niedrigsten Wurf eine bestimmte Anzahl von Strafscheiben. Nichts zu lachen hat der Verlierer, wenn der Gewinner eine 4, eine 2 und eine 1 geworfen hat. Diese Kombination heißt „Jule“. Dafür gibt es die meisten Strafscheiben. „Jule“ wird nur noch übertroffen von drei Einsen, denn das ist gleichbedeutend mit „Aus“.
Immer mehr Frauen sind dabei
Für die Gemeinde Beselich begrüßte Bürgermeister Michael Franz (parteilos), der den Pokal für den Jule-König gestiftet hatte, die Teilnehmer. Der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Hofmeister überreichte eine Geldspende, die für die Beschaffung eines Pokales verwendet werden konnte. Nach den erfolgreichen Turnieren der vergangenen Jahre gab es wieder großes Lob für die Organisation. Es waren diesmal noch mehr Spieler dabei, das Bürgerhaus platzte quasi aus allen Nähten. Mit rund 200 Würfelfreunden sei allerdings das absolute Limit erreicht, betonte Organisationsleiter Andreas Geis.
Die weiteste Anreise von allen Teilnehmern hatte Heiko Seiffert aus Sachsenbrunn in Thüringen, der schon zum wiederholten Mal für das Turnier 350 Kilometer Fahrtweg auf sich genommen hatte. Dabei sind auch immer mehr Frauen – fünf der insgesamt 29 Teams waren als reine Damenmannschaften gemeldet.

Bei allem Ehrgeiz kam auch diesmal der Spaß nicht zu kurz. An den Tischen wurde bei frühsommerlichen Temperaturen und kühlen Getränken viel gelacht. Der Ursprung des Spiels findet sich nicht ohne Grund in der Geselligkeit unter Freunden. Bereits zu Beginn der ersten Spielrunde zeigte sich die gelöste Stimmung der Teilnehmer, als nach dem Countdown gemeinsam die Würfelbecher auf die Tische geklopft wurden.
Zunächst wurden fünf Vorrunden ausgetragen. Jeweils vier Spieler traten gegeneinander an, eine Runde dauerte genau eine Dreiviertelstunde; dies hatten die Organisatoren aufgrund der Erfahrungen aus den Vorjahren eingeführt, um das Turnier nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Es folgten vier Halbfinalspiele und schließlich ein spannendes Finale.
Die Mitglieder des Obertiefenbacher Jule-Clubs spielten nicht mit. Sie waren Wertungsrichter und hatten mit der Turnierabwicklung wieder alle Hände voll zu tun. Der Cramberger Mannschaftskapitän Simon Müller sprach zum Abschluss eines langen Turniertages dem Jule-Club „Et langt net“ im Namen aller Teilnehmer Lob und Anerkennung für die Ausrichtung des Mega-Events aus.
Der Ausrichter hat bereits über den Termin für das Turnier im kommenden Jahr beraten. Dieser wird demnächst auf der clubeigenen Homepage unter www.jule-hessenmeisterschaft.de bekanntgegeben.
Monatelange Vorbereitungen warten dann wieder auf die Männer von „Et langt net“, zu denen neben Teamleiter Andreas Geis auch Michael Horz, Hans Bendel, Stefan Bausch, Thomas Schütz, Gerald Unger und Stefan Pötz gehören. (red)

 

Nassauische Neue Presse am 24.04.2017                                            von Robin Klöppel

Meisterschaft in bester Stimmung

Würfelspiel Jule: Offheimer sind Hessenmeister

Mit einer phänomenalen Stimmung endete die vierte offene Jule-Meisterschaft des Jule-Clubs „Et langt net“ im Obertiefenbacher Bürgerhaus.

BESELICH-OBERTIEFENBACH

Der dritte Platz bei der Hessenmeisterschaft wurde da euphorisch gefeiert wie der Gewinn einer Weltmeisterschaft. Obwohl es den meisten der 180 Teilnehmer nur um den Spaß ging, war der Ehrgeiz bei vielen schon da, einen der Pokale und einen Scheck zu gewinnen.

Gisela Lauf ist extra aus Köln gekommen und ballt jetzt die Faust in der Luft. Gerade ist sie als Vierte der Gesamtwertung auf die Bühne gerufen werden. „Gisela, Gisela, Gisela“, stimmen die anderen Spieler im Saal wie in der Dortmunder Südkurve an. Dirk Schäfer aus Kaltenholzhausen wird Dritter und kann es gar nicht erwarten, auf die große Bühne zu treten. Gut, dass der Tisch, über den er die Abkürzung nach oben nimmt, beste Qualität hat. „Ansonsten haben wir auch eine Versicherung abgeschlossen“, sagt Organisator Andreas Geis lachend.

Cramberg 1 wird Dritter der Teamwertung und singt tanzend und herumhüpfend „So sehn Sieger aus, shalalalala“. Alexander Maxeiner wird Julekönig. 51 Mal wirft er an diesem Nachmittag die 4-2-1. Im Einzel siegt der Hadamarer Bernd Hartmann vor dem Aumenauer Daniel Schneider. Die Frauenwertung geht an die Crambergerin Stefanie Jöckertitz. Das Team „Die Dehrner“ kann den Pokal für den zweiten Platz in der Mannschaftswertung nicht mehr entgegennehmen. Im Saal munkelt man, sie haben sich schon auf die „weite“ Heimreise gemacht, um dort in der Kneipe noch eine Trainingseinheit einzulegen.

Dafür sind die ersten Sieger von „Aus die Maus“ aus Offheim noch da und umso glücklicher. „Dieses Jahr feiert Offheim seinen 800. Geburtstag, und wir sind Hessenmeister“, sagt Michael Schmidt freudetrunken: „Der Zeitpunkt war perfekt für unseren ersten Teamerfolg.“ Schmidt gibt zu, dass Würfeln natürlich auch ein Glücksspiel sei. Doch oft bekomme man durch die richtige Taktik schon einen Vorteil. Von daher war das jahrelange Training in der Offheimer Gaststätte „Zur Turnhalle“ für ihn, Mario Stähler, Raimund Jakob, Peter Diefenbach und Stefan Pott nicht umsonst.

 

Jörg Herchen spielt schon seit seinem 16. Lebensjahr immer Jule, wenn er kann. Vom Sportplatz in seinem Wohnort Münster ging es auf dem Heimweg immer noch mal in der Gaststätte Dress vorbei, wo stets genügend Gleichgesinnte zum Würfeln warteten. Wegen der Stammkneipe heißt seine Mannschaft „Dress Rum“, was wie „Dreh’s rum“ ausgesprochen wird. So wie man es halt mit einem Würfelbecher machen muss, um die erkämpften Punkte zu checken. Herchen („Jule ist lustig, macht süchtig“) hat bereits zwei Mal das Münsterer Jule-Turnier gewonnen. „Zu 70 Prozent ist das Spiel schon Glückssache. Keiner kann schließlich vorhersagen, was ihm eine Würfelrunde an Punkten bringt“, erläutert der 50-Jährige. Theoretisch könne ein Spiel also jeder gewinnen. Aber 30 Prozent sei dann schon Taktik und Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Glück gehört dazu

Als früherer Mathe-Leistungskursler weiß der „Meesterer Bub“, welche Punkte versprechende Zahlenkombination einfacher als andere zu erreichen ist. „Aber wenn du mal im richtigen Moment kein Glück hast, dann gewinnst du auch nicht“, ist Herchen Realist. Zumal in Obertiefenbach verdeckt gespielt werde und er folglich nicht gleich wisse, was der Gegner erwürfelt habe.

Sein Teamkollege Tobias Ketter meint, das Schöne an Jule sei, dass es Generationen verbinde. Da könnten 15-Jährige mit 80-Jährigen spielen, und alle zusammen hätten ihren Spaß. Ketter als langjähriger „Jule-Profi“ ist aber sicher: „Natürlich kann ein Neuling mit Glück mal ein Spiel gewinnen. Aber nicht ein Turnier wie hier über fünf Runden“. Ohne Glück gewinne man die Meisterschaft nicht, aber ohne Taktik auch nicht.

Das Obertiefenbacher Team „Fünf Kurze“ hat sich aus einem Frauen-Stammtisch gebildet, der sich allwöchentlich in seinem Heimatdorf im „Nassauer Hof“ trifft. „Im Dorf kennt man sich, und wir treffen uns in der Kneipe, weil man ja seinen Beitrag dazu leisten sollte, dass die Kneipen im Dorf nicht aussterben“, behauptet Monja Schütz. Warum die zehn jungen Frauen sich vor allem im „Nassauer Hof“ treffen und würfeln, verrät Clarissa Bruchmeier: „Das gibt uns viel für unsere Freundschaft und unseren Zusammenhalt.“Svenja Schütz merkt an: „Ich habe immer den Ehrgeiz, richtig einen rauszuhauen, die Hoffnung, dass gleich Jule kommt.“ Aber vor einem Turnier sei sie immer sehr nervös.

Auf den Becher tippen

Ein Erfolgsgeheimnis verrät Johanna Lung: „Vor dem Würfeln auf den Becher tippen. Das ich wichtig für unseren Flow.“ Die weiteste Anreise hatte das nach einer Kneipe benannte Kölner Knobelteam Fusswinkel. Die Kölner haben den Beselicher Organisationschef Geis bei einem anderen Turnier kennengelernt und sind spontan mit 15 Leuten nach Beselich gekommen. „Das ist ein geiles Turnier hier, eine Bombenstimmung“, ruft Teamkapitän Frank Vorbeck voller Bierseligkeit in den Raum. Während viele der Spieler woanders die Erfolge weiterfeiern, ist der Abend für die 20 Helfer des Ausrichters in der Halle noch lange nicht vorbei.

 

Weilburger Tageblatt am 26.04.2016                                           von Dorothee Henche

Hessenmeister heißt André Eller

WETTBEWERB: 165 Teilnehmer bei den dritten Jule-Hessenmeisterschaften in Obertiefenbach

BESELICH-OBERTIEFENBACH

Der neue Jule-Hessenmeister ist André Eller aus Schupbach, der sich in einem packenden Endspiel gegen seine drei Konkurrenten durchgesetzt hat.

Bei der vom Jule-Club "Et langt net" im Bürgerhaus Obertiefenbach organisierten Hessenmeisterschaft des beliebten Würfelspiels gewann das Team Joulius07 aus Hadamar den Titel in der Mannschaftswertung. Die Damenwertung konnte Kirsten Pöhlert aus Holzappel siegreich für sich gestalten. Eine riesige Überraschung erlebte das Turnier bei der Jule-Wertung: Den Titel "Julekönig" sicherte sich Zülfi Babayigit aus Köln-Weiler, der zum ersten Mal überhaupt Jule spielte. Das Spiel kennt er normalerweise nur als "Schocken". Hier sind die Regeln zwar fast gleich mit den Jule-Regeln, allerdings gibt es bei den "Schockern" keinen Wurf namens Jule.

Bereits zum dritten Mal hatte der Jule-Club "Et langt net" aus Obertiefenbach die Hessenmeisterschaften organisiert. Inzwischen hat sich die Veranstaltung herumgesprochen, denn im Vorfeld hatten mehr als 200 Jule-Spieler ihr Interesse bekundet. Ein so großes Teilnehmerfeld sei organisatorisch nicht möglich gewesen, erklärte Teamleiter Andreas Geis, der gemeinsam mit Michael Horz, Hans Bendel, Stefan Bausch, Thomas Schütz, Jens Pitton und Stefan Pötz verantwortlich für die Ausrichtung der hessischen Jule-Meisterschaften war. Es waren schließlich 165 Teilnehmer, die am Samstag um 13 Uhr an den Start gingen. Die weiteste Anreise zu dem Turnier hatte ein Spieler aus Thüringen zurückgelegt, auch eine Mannschaft aus Trier war nach Obertiefenbach gekommen. 80 bis 90 Prozent der Teilnehmer seien allerdings "Wiederholungstäter", so auch die Jule-Freunde aus Köln-Weiler, betonte Geis.

Zunächst galt es, fünf Vorrunden auszutragen, bei denen alle gleichzeitig am Start waren. Jeweils vier Spieler traten gegeneinander an, eine Runde dauerte genau eine Dreiviertelstunde, das hatten die Organisatoren aufgrund der Erfahrungen aus den Vorjahren dieses Mal leicht modifiziert. Bei "Jule" hat jeder Spieler grundsätzlich drei Würfe. Bei einem einfachen Wurf gilt es, eine möglichst hohe Gesamtzahl zu erzielen.

Bei gerade einmal 16 Frauen sind die Männer deutlich in der Überzahl

Es gibt aber auch noch "Straßen" (drei aufeinander folgende Zahlen), "Drei Dicke" (drei gleiche Zahlen) oder "Max" 2 bis 6 (zwei Einsen mit einer anderen Zahl). Je nachdem, was der Gewinner gewürfelt hat, erhält der Spieler mit dem niedrigsten Wurf eine bestimmte Anzahl von Strafscheiben. Nichts zu lachen hat der Verlierer, wenn der Gewinner eine Vier, eine Zwei und eine Eins geworfen hat. Diese Kombination heißt "Jule". Dafür gibt es die meisten Strafscheiben. "Jule" wird nur noch übertroffen von drei Einsen, denn das ist gleichbedeutend mit "Aus".

Die Mitglieder des Obertiefenbacher Jule-Clubs selbst spielten nicht mit, sondern übernahmen die Funktion des Schiedsrichters für den Fall, dass es doch einmal zu nicht ganz eindeutigen Entscheidungen kommen würde. Aber es blieb fast nur beim Beobachten.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz kam auch der Spaß nicht zu kurz, schließlich fördert das Würfelspiel die Geselligkeit. Alle Generationen warten vertreten, doch bei gerade einmal 16 Frauen waren die Männer deutlich in der Überzahl.

Nach den fünf Vorrunden starteten die vier Halbfinalspiele, gefolgt von dem packenden Finale, das André Eller aus Schupbach zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Er konnte sich ebenso wie die Mannschaft, der Jule-König und die bestplatzierte Frau über einen Pokal freuen. Für die Ausrichter gab es abschließend von allen Seiten Lob für die Organisation.

Die hessischen Jule-Meisterschaften scheinen sich zu einer echten Institution zu mausern.

Nassauische Neue Presse am 26.04.2016                                                         von Robin Klöppel

Es geht um den Spaß

André Eller aus Schupbach ist Jule-Hessenmeister, Mannschaftssieger wurde ein Team aus Hadamar. Das Obertiefenbacher Bürgerhaus war Treffpunkt für Würfelfreunde von nah und fern.

Beselich-Obertiefenbach. 

Leute mit Biergläsern vor dem Obertiefenbacher Bürgerhaus, Leute mit Biergläsern an der Theke im Bürgerhaus. Es ist nicht Kirmes und mitten im April auch sicher nicht Oktoberfest. Jule-Hessenmeisterschaft ist hier angesagt.

Dass das Organisationsteam des örtlichen Traditionsvereins „Et langt net“ um Andreas Geis darauf hinweist, dass jeder der Spieler auf sein Trinkverhalten achten solle, ist eher als Spaß gemeint. Denn die 164 überwiegend männlichen Akteure sind sichtlich gut im Training. Wer sich jede Woche mit Kumpels zum Würfeln trifft, den hauen fünf Bier nicht um. Der wird auch nicht aggressiv, weil natürlich jeder Hessenmeister werden will, es aber letztlich doch nur um Spaß geht. Hart ist nur die Länge des Turniers, das vom für Thekensportler ungemütlichen Morgen bis zum Abend dauert. Dann stehen die Sieger endlich fest: im Einzel André Eller aus Schupbach, in der Teamwertung die Mannschaft Joulius07 aus Hadamar. Julekönig, also Spieler mit den meisten Julewürfen, wird ausgerechnet einer, der vorher nie Jule gespielt hat: Zülfi Babayigit. 42 Mal wirft er den ganzen Tag über aus drei Würfeln die magische 4-2-1. Na ja, ein Würfel-Neuling im klassischen Sinne ist Zülfi dann doch nicht. Er spielt in Nordrhein-Westfalen „Schocken“, das mit den Jule-Regeln fast identisch gespielt wird. Nur gibt es eben dabei keinen Jule-Wurf. Wirklich ganz blöd für den Jule-König. Warum zieht er auch nicht nach „Dejfemoch“?

Überwiegend Glück

Aber wie gesagt: Es geht ja nur um Spaß. Nur an der Theke hocken und Bier trinken ist auf die Dauer langweilig. Und nach Jahren der Freundschaft wissen viele Kameraden auch nicht mehr, was sie sich am Tisch noch Neues erzählen sollen. Also schnappt man sich einen Würfelbecher und drei Würfel – und legt los. Weil irgendeiner sowieso die Runden bezahlen muss, wird es eben mit Jule ausgespielt. Jeder gewinnt mal, jeder verliert mal. Denn Jule ist nicht wie andere Spiele Taktik, sondern überwiegend Glück. Aber nicht nur Glück, sondern auch ein bisschen Erfahrung.

Wer Jahre spielt, der weiß, was er werfen muss, um Niederlagen zu vermeiden. Nur zwei Sachen können die Spieler nicht beeinflussen: Was sie werfen und was die anderen werfen. Und darum steht der Vorjahres-Champion Klaus Linn nun mit seinem Dehrner Freunden viel früher als geplant vor der Halle. „Der Sieg führt über die dreifache Eins“, sagt der Dehrner überzeugt. Seine Würfel wussten es an diesem Tag aber offenbar nicht. Auf Platz 100 ist er diesmal gelandet, zwei Nullen am Ende zuviel für den erneuten Sieg. Für einen Moment merkt man dem Gesichtsausdruck des Dehrners nicht an, dass er für den Stammtisch „Die lustigen Gesellen“ spielt.

Am Stehtisch der „Lahr-Cocks“ hat man eher den Eindruck, dass sie nicht unfroh sind, nicht im Halbfinale zu sitzen. Denn statt sich angespannt auf den nächsten Wurf zu konzentrieren, können die sechs Männer lieber das tun, warum sie Jule spielen: die Geselligkeit leben und schwätzen. Jule spielen sie im Clubhaus des TuS Lahr auch allwöchentlich, weil es „in unserem Dorf Tradition ist“, erzählt Yannik Hölzer. Dominik Reitz ergänzt: „Und bei Jule gewinnt wenigstens jeder mal.“ Die Jungs sind schon zum dritten Mal in Beselich bei den Titelkämpfen. Denn Lukas Blumtritt weiß: „Das wird immer ein lustiger Samstag.“

Es kommen aber auch Aktive aus Köln, Trier und Thüringen – und aus „Mannebach“. Der Niederhadamarer Rentner Egon Sontowski beobachtet konzentriert mit seinen stahlblauen Augen die Finalrunden. „Es geht auch viel um Taktik“, sagt er überzeugt. Im Mannebacher Würfel-Club hat der Familienvater in 15 Jahren bei Heidi an der Theke alles erlebt, was man als Julespieler erleben kann. Vor allem lustige Runden bei kühlen Hellen und gutem Essen. „Wir machen uns noch einen gemütlichen Abend“, sagt Egon Sontowski. „Aber lange war’s hier“, stöhnt er abgekämpft wie ein Läufer nach dem Marathon.

Das Jule-Spielen über Stunden hat ihm zwar Platz 86 in der Einzelwertung beschert, doch ebenso für die „After Jule“ eine Menge Energie geraubt. André Eller, Marco Jack, Harald Reusch und Torsten Schuld sitzen derweil nervös am Finaltisch. Die Würfel fliegen, beobachtet von 200 Augen, einem aufmerksamen Wertungsrichter und mindestens 100 halbvollen Biergläsern. Jetzt wollen alle vier Spieler auch unbedingt gewinnen, obwohl es doch eigentlich nur um den Spaß geht. (rok)

 

Weilburger Tageblatt am 30.03.2015                                 VON DOROTHEE HENCHE   Region Weilburg und Limburg

Jule-König heißt Patrick Wage


150 Teilnehmer bei zweiter Hessenmeisterschaft in Obertiefenbach


Beselich-Obertiefenbach. Der neue Jule-Hessenmeister ist Klaus Linn aus Dehrn. Bei der vom Jule-Club "Et langt net" im Bürgerhaus Obertiefenbach organisierten Hessenmeisterschaft des beliebten Würfelspiels gewann das Team "Bierkäfig" aus Aumenau die Mannschaftswertung. Den Titel des Jule-Königs sicherte sich Patrick Wage aus Obertiefenbach.

Noch professioneller organisiert, noch mehr Teilnehmer und erstmals auch ein Schirmherr, der sogar selbst mitspielte: Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr gab es für die Ausrichter von allen Seiten Lob für die gute Organisation.

Die Vorbereitungen hatten die Mitglieder des Jule-Clubs "Et langt net" aus Obertiefenbach, zu denen neben Teamleiter Andreas Geis außerdem Michael Horz, Hans Bendel, Stefan Bausch, Thomas Schütz, Jens Pitton und Stefan Pötz gehören, bereits im Vorfeld über Monate hinweg beschäftigt. Es sei dieses Mal aber wesentlich leichter gewesen, denn im Gegensatz zum vergangenen Jahr hätten sie nun gewusst, worauf es ankomme, erklärt Andreas Geis. So haben sie beispielsweise das Auswertungsverfahren vereinfacht, damit die Pause zwischen Vorrunde und Halbfinale nicht länger als eine halbe Stunde ist. Das habe bei der Premiere einfach zu lange gedauert, sodass die Spieler unruhig geworden seien, sagt Geis.
 
Frühzeitig startete Anfang Dezember auf der Internetseite des Jule-Clubs das Anmeldeverfahren, nach zwei Tagen hätten bereits 70 Anmeldungen vorgelegen, erinnert sich der Teamleiter. Mit seinen Clubkollegen haben sie den Turnier-Spielplan ausgearbeitet, für den 160 Spieler gemeldet waren. Aufgrund einiger kurzfristiger Absagen waren am Veranstaltungstag schließlich 150 Teilnehmer ins Bürgerhaus gekommen. Das sei die größte Landesmeisterschaft, die es deutschlandweit gebe, sagt Geis.

Zunächst galt es, fünf Vorrunden auszutragen, bei denen alle gleichzeitig am Start waren. Zum Auftakt erklang eine Fanfare, das Signal für die Würfelspieler, sich ihren Platz an den nummerierten Spieltischen zu suchen. Jeweils vier Spieler traten gegeneinander an, eine Runde dauerte im Schnitt eine Dreiviertelstunde. Bei "Jule" hat jeder Spieler grundsätzlich drei Würfe. Bei einem einfachen Wurf gilt es, eine möglichst hohe Gesamtzahl zu erzielen. Es gibt aber auch noch "Straßen" (drei aufeinander folgende Zahlen), "Drei Dicke" (drei gleiche Zahlen) oder "Max" 2 bis 6 (zwei Einsen mit einer anderen Zahl). Je nachdem, was der Gewinner gewürfelt hat, erhält der Spieler mit dem niedrigsten Wurf eine bestimmte Anzahl von Strafscheiben. Nichts zu lachen hat der Verlierer, wenn der Gewinner eine Vier, eine Zwei und eine Eins geworfen hat. Diese Kombination heißt "Jule". Dafür gibt es die meisten Strafscheiben. "Jule" wird nur noch übertroffen von drei Einsen, denn das ist gleichbedeutend mit "Aus".

Die Mitglieder des Obertiefenbacher Jule-Clubs selbst spielten nicht mit, sondern übernahmen die Funktion des Schiedsrichters für den Fall, dass es doch einmal zu nicht ganz eindeutigen Entscheidungen kommen würde. Aber es blieb fast nur beim Beobachten. "Alle Teilnehmer haben sich im Vorfeld mit den von uns ausgegebenen Richtlinien vertraut gemacht", erklärt Andreas Geis. Bei allem sportlichen Ehrgeiz kam auch der Spaß nicht zu kurz, an den Tischen wurde viel gelacht. Bei der Hessenmeisterschaft in Obertiefenbach waren Teilnehmer von 18 bis 80 Jahre vertreten, bei nur zehn Frauen waren aber die Männer in der Überzahl.

Bürgermeister Michael Franz (parteilos) hatte nicht nur die Schirmherrschaft übernommen, sondern spielte auch selbst mit und belegte den 54. Platz. Hessenmeister wurde Klaus Linn aus Dehrn, bei der Mannschaftswertung setzte sich als bestes von 22 Teams "Bierkäfig" aus Aumenau durch. Auf Jule-König Patrick Wage aus Obertiefenbach wartete ebenso wie auf die Bestplatzierten ein Pokal. Am Ende konnten die Organisatoren des Jule-Clubs "Et langt net" ein positives Fazit ziehen. Und freuten sich schon auf den 30. Mai. Dann werden sie zu den nordrhein-westfälischen Meisterschaften nach Herten reisen und Gelegenheit haben, wieder einmal selbst zu spielen. Dort heißt Jule übrigens "Schock"
.

Nassauische Neue Presse am 17.04.2014

Jule: Der Zauber des Würfelspiels                                 17.04.2014, Von Robin Klöppel

Jule ist nicht bloß irgendein Würfelspiel. Jule ist Kult. Dies wurde bei den 1. Offenen Jule-Hessenmeisterschaften in Obertiefenbach deutlich.

Beselich-Obertiefenbach. 148 Teilnehmer aus 22 Teams haben sich an der 1. Offenen Jule-Hessenmeisterschaft im Obertiefenbacher Bürgerhaus beteiligt. Es hätten, wie Organisationsleiter Andreas Geis vom örtlichen Jule-Club „Et langt net“ berichtete, noch mehr sein wollen. Doch das Bürgerhaus ließ einfach nicht mehr Spieler zu.

Jule, ein Würfelspiel, ist offenbar nicht nur eine nette Freizeitbeschäftigung für ältere Männer in der Dorfkneipe. Wie die Wettkämpfe in Obertiefenbach zeigten, frönen auch viele jüngere Leute, darunter knapp zehn Prozent Frauen, diesem Gaudisport. „Das ist das Schöne daran, dass hier Menschen aller Altersgruppen zusammenspielen und miteinander in Kontakt kommen“, erzählte Jens Pitton vom Organisationsteam.

Spaß im Vordergrund

Der Spaß steht zwar im Vordergrund, aber bei der Hessenmeisterschaft wurde natürlich auch ernsthaft gespielt. Denn die meisten Teilnehmer hatten den Ehrgeiz, so weit wie möglich vorne zu landen. Trotz Siegeswille und Bier blieb aber alles im grünen Bereich, so eben wie es sein sollte. Da Jule in erster Linie ein Glücksspiel ist, muss laut Pitton nicht immer der beste und erfahrenste Spieler am Ende gewinnen. So gibt es Leute, die auf die Jule-Wertung schielen und dafür in der Einzelwertung während ihres riskanten Spielstils das frühe Aus riskieren. Denn nach drei Würfen mit je drei Würfeln kann es am Ende natürlich öfter mal passieren, dass nicht die Jule (4-2-1) liegenbleibt und man mit einer niedrigen Wertung endet. Aber selbst Jule kann noch geschlagen werden mit dreimal eins. Wer das nicht schafft, ist mit einer Max 6 (6-1-1) ebenfalls noch gut bedient.

Es gibt außerdem Straßen (drei aufeinanderfolgende Zahlen) oder drei Dicke (drei Würfel mit derselben Punktezahl), die Wertungen einbringen. Mit kleinen Regel-Unterschieden gibt es Spiele wie Jule in ganz Deutschland: Sie heißen Schocken, Knobeln oder Maxen. Der Letzte jeder Runde unter den vier Spielern am Tisch fängt ein Kreuzchen, das man als Möchtegern-Hessenmeister besser nicht kassieren sollte. Von daher kann ein Sicherheitsspiel zum Erfolg führen, solange man am Tisch in jeder Runde immer mindestens auf dem vorletzten Platz liegt.

Andreas Geis berichtete, dass neben dem Glück auch die Taktik wichtig ist. Wer beispielsweise seine Mitspieler gut kenne, könne seine Gewinnchancen durchaus erhöhen. Oft gewinnen Neulinge, weil sie einfach unbeschwert drauf los spielten. Den meisten Aktiven in Beselich ging es aber weniger um Pokale, sondern einfach darum, Gleichgesinnte zu treffen und mit ihnen in lockerer Runde zu spielen. Von daher war der vom Obertiefenbacher Jule-Club „Et langt net“ gewählte Modus, dass jeder Spieler fünf Spielrunden sicher hatte, bevor es ins Finale der Besten ging, eine gute Lösung. Denn nichts ist für einen Jule-Spieler langweiliger, als in Runde eins zu scheitern und dann den ganzen Tag tatenlos in der Halle zu hocken, bis der letzte Mitspieler vom eigenen Team fertig ist.

 

Den Beselicher Jule-Club haben übrigens vor mehr als zehn Jahren sieben Sänger des MGV „Eintracht-Liederkranz“ gegründet. Neben Geis und Pitton waren das Michael Horz, Hans Bendel, Stefan Bausch, Thomas Schütz und Stefan Pötz. In der Gaststätte „Zur Eintracht“ treffen sich die Sänger immer nach der Gesangstunde zum gemütlichen Beisammensein. Einigen hat es dann irgendwann nicht mehr gereicht, nur an der Theke zu sitzen, Bier zu trinken und zu quatschen. Sie nahmen sich einen Tisch und fingen an, Jule zu spielen, und zwar mit wachsender Begeisterung, so dass sie 2011 bei der Deutschen Jule-Meisterschaft in Königswinter (bei Bonn) landeten, wo sie von der Atmosphäre und der Zahl von 600 Teilnehmern beeindruckt waren. Irgendwann kam die Idee auf, ein eigenes Turnier zu veranstalten. So wurde die Hessenmeisterschaft im offenen Modus ausgerichtet. Das heißt, dass auch Aktive aus Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern dabei sein können.

Teilweise 50 Kilometer und mehr hatten die Spieler für die Anreise nach Obertiefenbach in Kauf genommen. Geis war hochzufrieden, dass das Turnier bei allen Beteiligten so gut angekommen sei, dass der Jule-Club „Et langt net“ die Hessenmeisterschaft in Beselich auf jeden Fall wiederholen möchte. Ob die zweite Auflage schon nächstes Jahr stattfinden werde oder erst später, sei aber noch offen. Da der Club sich aber die nötige Ausrüstung für die Ausrichtung von Wettkämpfen angeschafft habe, müsse diese nun auch genutzt werden.

Lukas Schmitt Jule-König

Da die Spieler von „Et langt net“ ganz und gar mit der Organisation beschäftigt waren, konnten sie selbst nicht mitspielen. Dennoch waren genügend Einzelspieler und Teams aus der heimischen Region am Start, und das wahrlich sehr erfolgreich. In der Teamwertung landeten vier Mannschaften aus dem Kreis Limburg-Weilburg unter den ersten Fünf. Siegreich war die Würfel-Elite aus Neesbach vor Joulius 07 Wiesbaden und den Krach-Bum-Enten aus Aumenau. Die Plätze vier und fünf gingen an Beselicher Kopp Obertiefenbach und Juleclub Dress rum Münster. In der Einzelwertung siegte mit Kai Schäfer ebenfalls ein Neesbacher. Zweiter wurde Marc Klement vom Saurer Paul Club Villmar, Dritter Dieter Pytlik aus Obertiefenbach. Den vierten Platz belegte der Offheimer Raimund Jakob, den fünten Marc Windisch von den Krach-Bum-Enten Aumenau.

Jule-König mit 35 Jule-Würfen in den Gruppenspielen wurde Lukas Schmitt vor Marie Tovornik (28) (beide Obertiefenbach) und Monja Schütz (27) von Beselicher Kopp. Platz vier ging an Patrick Wage aus Obertiefenbach (27) von Bauschs Jule-Trupp und Rang fünf an Sascha Kalheber aus Schupbach (25) vom Team Mühle 1. Wer Spaß am Julespielen hat, kann sich gerne bei einem der Spieler von „Et langt net“ melden.

Viele Teilnehmer und viel Spaß brachte die Offene Jule-Hessenmeisterschaft in Beselich. Foto: Klöppel

 

 

Weilburger Tageblatt am 10.04.2014                                 VON DOROTHEE HENCHE   Region Weilburg und Limburg

Würfeln, was das Zeug hält

HESSENMEISTERSCHAFT Jule-Club "Et langt net" lädt für Samstag ins Bürgerhaus ein

Beselich-Obertiefenbach. Im Anschluss an ihre Gesangsstunde in der Gaststätte haben sich Sänger des "Eintracht Liederkranz" Obertiefenbach zusammengesetzt, ein Bier getrunken und angefangen zu würfeln. Das war vor über zehn Jahren. Am Samstag, 12. April, richtet der Jule-Club "Et langt net" im Bürgerhaus Obertiefenbach die erste Hessenmeisterschaft aus.

Die Mitglieder des Jule-Clubs ...Mittwochabend, kurz nach 20 Uhr, Teambesprechung im Gasthaus "Zur Eintracht" in Obertiefenbach. Sieben Männer sitzen vor einem dicken Ordner, auf dem ganz oben ein Protokoll mit vielen gelben Markierungen abgeheftet ist. "Die gelben Markierungen sind die erledigten Punkte", erklärt Andreas Geis und blickt auf die noch unmarkierten Punkte. Es gibt noch einiges zu klären im Vorfeld der Jule-Hessenmeisterschaften.

Jule? Nicht allen ist dieses Würfelspiel bekannt, das je nach Region auch unter dem Namen Schocken, Knobeln oder Maxen bekannt ist und von beliebig vielen Spielern gespielt werden kann. Die Regeln können mehr oder weniger voneinander abweichen. Grundsätzlich hat jeder Spieler drei Würfe. Bei einem einfachen Wurf gilt es, eine möglichst hohe Gesamtzahl zu erzielen. Es gibt aber auch Straßen (drei aufeinanderfolgende Zahlen), Drei Dicke (drei gleiche Zahlen), Max 2 bis 6 (zwei Einsen mit einer anderen Zahl).

Je nachdem, was der Gewinner gewürfelt hat, erhält der Spieler mit dem niedrigsten Wurf eine bestimmte Anzahl von Strafscheiben. Nichts zu lachen hat der Verlierer, wenn der Gewinner eine Vier, eine Zwei und eine Eins geworfen hat. Diese Kombination heißt "Jule". Dafür gibt es die meisten Strafscheiben. Jule wird nur noch übertroffen von drei Einsen, denn das ist gleichbedeutend mit "Aus".

Teilnehmer zwischen 18 und 78 Jahren, Zuschauer sind willkommen

Beim Jule-Club in Obertiefenbach ist "Jule" der Favorit, fast alle gehen bei ihren Würfen auf diese Kombination. Das belegt die Statistik, die der Club irgendwann angefangen hat zu führen.

Viele Abende haben Andreas Geis, Michael Horz, Hans Bendel, Stefan Bausch, Thomas Schütz, Jens Pitton und Stefan Pötz mit ihrem Lieblings-Würfelspiel in der Gaststätte in Obertiefenbach zugebracht. Der Verlierer hat einen kleinen Obolus in die Kasse entrichtet. Von dem Geld ist der Club 2011 zu den Deutschen Jule-Meisterschaften gefahren, auf die die Männer im Internet gestoßen waren.

In Königswinter ermittelten 600 Teilnehmer den Deutschen Meister im Jule-Spiel. "Es war eine tolle Fahrt, aber das Turnier war nicht so ganz nach unserem Geschmack", erinnern sich die Obertiefenbacher. Das lag daran, dass in einem K.o.-System gespielt wurde, bei dem ein Großteil der Teilnehmer schon früh ausschied. Das kann man auch anders machen, sagten sich die sieben Männer. Und die Idee von den ersten Jule-Hessenmeisterschaften war geboren.

Analog zu den Deutschen Meisterschaften stellten sie Wettbewerbsregeln auf mit dem Unterschied, dass in einem Rundensystem gespielt wird, bei dem alle Spieler bis zum Schluss aktiv dabei sind. Um das ausgeklügelte System umzusetzen, fuhr der Jule-Club "Et langt net" für drei Tage nach Bamberg, um in Klausur zu gehen. Erst einmal mussten die Regeln aufgeschrieben werden, nach denen gespielt wird, und dann ein Wertungsbogen entworfen werden. Dieser sollte möglichst einfach gestaltet sein, damit er während des Spiels problemlos ausgefüllt und in Echtzeit ausgewertet werden kann.

Die Regeln hat der Club auf seiner Homepage veröffentlicht, damit sich alle Teilnehmer damit vertraut machen können. 160 Teilnehmer haben sich bislang angemeldet. "Das Bürgerhaus ist fast voll", erklärt Geis. Ein Großteil der Mannschaften kommt aus dem Kreisgebiet, aber auch aus Wiesbaden reisen Teams an. Es ist ein generationenübergreifendes Spiel, die Teilnehmer sind 18 bis 78 Jahre alt, Frauen sind allerdings nicht so stark vertreten.

Die Gastgeber selbst werden am Turniertag nicht mitspielen, sondern sich um die Organisation kümmern oder als Schiedsrichter ein wachsames Auge auf die Spieltische haben, an denen jeweils vier Personen sitzen. Zuschauer sind willkommen. Start ist um 13 Uhr, gegen 20 Uhr wird der Sieger feststehen. Wertungen gibt es im Einzel und in der Mannschaft, jeweils die drei Erstplatzierten erhalten einen Pokal. Weil in Obertiefenbach die Kombination 4-2-1 so beliebt ist, wird auch ein Jule-König gekrönt und erhält ebenfalls einen Pokal.

"Wir wünschen uns für diesen Tag, dass alle Spaß haben, der trotz Wettkampfbedingungen im Vordergrund stehen soll". Schließlich ist Jule "nur" ein Würfelspiel.

Die Mitglieder des Jule-Clubs "Et langt net" aus Obertiefenbach stecken in den Vorbereitungen für die ersten Hessischen Jule-Meisterschaften am 12. April in Obertiefenbach (von links): Jens Pitton, Stefan Pötz, Stefan Bausch, Thomas Schütz, Hans Bendel, Michael Horz und Andreas Geis. Zeit für eine Runde "Jule" bleibt aber immer noch. (Foto: Henche)